Knowledge Graph: Übersicht & Bedeutung für SEO

Knowledge Graph: Übersicht & Bedeutung für SEO

6. Juli 2012 von

Vor kurzem hat Google die Darstellung der Suchergebnisseite (SERP) wieder einmal um ein weiteres Detail ergänzt: die Google Knowledge Graph Box. Der Knowledge Graph verknüpft auf intelligente Weise Suchbegriffe mit Informationsbausteinen und setzt den Begriff in den richtigen Kontext. Google hat hierfür ca. 3.5 Milliarden Fakten zusammen getragen und mit bestimmten Suchbegriffen kombiniert, der Knowledge Graph ist demnach ein weiterer Schritt in Richtung semantische Suche. Auch gewinnt dank Google+ Integration Social Search weiter an Bedeutung.

Wie definiert sich also der Knowledge Graph und welche Informationsbausteine werden dem Suchenden eingeblendet? Aus welchen Quellen bezieht Google seine Informationen und welche Rolle spielt hierbei Google+? Und vor allem: Was sollte in Bezug auf SEO und Social Search beachtet werden?

Mit dem Google Knowledge Graph will Google Suchanfragen beantworten, noch bevor der Nutzer die eigentliche (Suchan-) Frage stellt. Hierfür vernetzt Google die Suchbegriffe mit erweiterten Informationsbausteinen, wie zum Beispiel Orte, Daten, Personen, Produkte, Events, Profile  & Co. Auch will Google Suchbegriffe mit Doppeldeutigkeit richtig interpretieren: Nutzern wird eine Vorschau auf Suchergebnisse im anderen Begriffskontext eingeblendet. Für die Suchvorschläge bewertet Google unter anderem das Suchvolumen von anderen Nutzern und scannt vermutlich das eigene Suchverhalten. Die erweiterten Informationen werden dem Nutzer in Form einer Box rechts neben den Suchergebnissen angezeigt. Je nach Suchbegriff und Kategorie in die ein Suchbegriff fällt, werden verschiedene Informationsbausteine verwendet. Die Box besteht wiederum aus verschiedenen Elementen. Bei der Suche nach „Coldplay“ enthält die Box zum Beispiel das Google+ Profilbild der Coldplay Seite, einige Fakten von der Band in Form eines Steckbriefs, eine Liste der Songs, bevorstehende Events, eine Vorschau auf den aktuellsten Google+ Beitrag, eine Auflistung von Musikalben inklusive Coverbilder sowie eine Übersicht von verwandten Suchanfragen. Interessant ist, dass Google die Box mit einigen Links, die beim Click wiederum weitere Suchanfragen generieren bestückt. Aus SEO Sicht würde hier ein Link zur Informationsquelle Sinn machen.

 

Die Zusammensetzung der Knowledge Graph Box variiert je nach Suchkategorie

Google Knowledge Graph Box rechts neben der SERPDas oberste Element der Google Knowledge Graph Box besteht meist aus generellen Fakten zum Suchbegriff, dargestellt in Form eines Steckbriefs. Diese werden wiederum direkt aus Wikipedia, Exploredia, CIA World Factbook oder Google+ zusammengetragen. Je nach Suchkategorie werden hier auch die Google Map bzw. Informationen aus Google+ Local eingeblendet. Bei Personen wird entweder ein Bild aus Wikipedia oder das Google+ Profilbild angezeigt. Ein weiteres Elemente der Google Knowledge Graph Box besteht, wieder je nach Suchanfrage variierend, aus dem aktuellsten Google+ Beitrag, Bewertungen, Events oder Erfahrungsberichte. Weiterhin beinhaltet die Box meist auch Informationen aus Datenbanken, wie Listen von Büchern, Alben, TV Shows, veröffentlichte Werke, Sehenswürdigkeiten & Co. Das unterste Element der Box zeigt dem Suchenden eine Übersicht über verwandte Suchanfragen anderer Nutzer an. Derzeit experimentiert Google recht freudig mit der Darstellung und Zusammensetzung der Knowledge Graph Box. Fakt ist jedoch, dass Google den Nutzer länger auf der SERPs halten, Suchanfragen direkt beantworten und durch die Integration von Links zu weiteren Suchanfragen das Suchvolumen steigern will.

 

 

SEO Implikation: Webseite in einen passenden Kontext strukturieren

In Bezug auf SEO kommt es darauf an, eine Webseite möglichst eng mit einem passenden Kontext zu verknüpfen. Inhalte sollten aus verschiedenen Formaten bestehen, wie Text, Bild, Videos, Statistiken, Tabellen, Aufzählungen & Co. Neben gezielten und relevanten Inhalten, sollte eine Webseite auch mit Hilfe der HTML Mark-up Language strukturiert werden. Außerdem ist es wichtig, Suchbegriffe zu verwenden, die den Nutzern logisch erscheinen und nach denen der User auch explizit sucht. Um auch in verwandten Suchanfragen aufzutauchen, sollten Webseitenbetreiber den Kontext kennen und vor allem verstehen. In Bezug auf Social Search ist es hilfreich, zu verwandten Unterhaltungen innerhalb Social Media zu verlinken und generell Social Media besser mit der Webseite zu integrieren, zum Beispiel via Social Plug-ins. Generell sollte auch zu themenrelevanten Seiten und Ressourcen verlinkt werden. Ist man noch nicht auf Google+ aktiv, so sollte der Google Knowledge Graph ein gutes Argument sein, endlich auf Google+ mindestens präsent zu sein.

Die Search by Image Suche enthält seit dieser Woche ebenfalls Knowledge Graph Elemente. Hier wird ein Bild hochgeladen oder per URL eingefügt und Google findet den passenden Kontext zum Bild. Dies funktioniert übrigens auch mit Urlaubsbildern. Eingeblendet werden dann auch Fakten und Informationen die mittels des Knowledge Graphs gesammelt wurden.

Google Search by Image

Der Google Knowledge Graph ist zwar derzeit nur auf Google.com und noch nicht auf Google.de veröffentlicht, wird in Zukunft aber definitiv auch für die deutsche Suche relevant sein. Generell zeigt Googles Experimentierfreudigkeit, dass bisherige Rankingfaktoren zwar weiterhin eine hohe Relevanz haben, zukünftig aber insbesondere Informationen aus Bewertungsplattformen, Fakten & Datensammlungen sowie Unterhaltungen & Beziehungen aus Social Media wichtige Rankingfaktoren werden können.

 

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